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Lese 2025 — Ein Jahrgang zum Erinnern

Ein goldener Herbst bescherte uns Trauben von außergewöhnlicher Reife. Warum dieser Jahrgang besonders wird — und was ihn von 2024 unterscheidet.

Der perfekte September

Was ein Jahrgang braucht, ist kein Geheimnis: Sonne tagsüber, Kühle nachts, kein Regen zur falschen Zeit. Der September 2025 hat all das geliefert — und mehr. Die Temperaturen lagen tagsüber konstant bei 24–27 °C, nachts fielen sie auf 8–10 °C. Diese Amplitude ist der Motor für Aromenbildung.

Unsere Riesling-Trauben in der Lage „Sonnenseite" erreichten Mostgewichte, die wir seit dem legendären 2019er nicht mehr gesehen haben. Und dabei blieben die Säurewerte hoch — die perfekte Kombination für langlebige, komplexe Weine.

Handlese in drei Durchgängen

In der ersten Oktoberwoche begannen wir mit der Lese der Kabinett-Trauben. Die zweite Leserunde Mitte Oktober brachte die Spätlese-Qualität. Ende Oktober, als die ersten Nebel über dem Moseltal lagen, lasen wir die Auslese-Trauben — goldgelb, hocharomatisch, perfekt.

Insgesamt waren wir 18 Tage im Weinberg. 12 Erntehelfer, 4.500 Kilogramm Trauben, alle von Hand gelesen und sortiert. Keine einzige faule Beere kam in den Keller.

Im Keller: Geduld

Die Trauben vergären jetzt spontan in unseren Edelstahltanks — ohne zugesetzte Hefen, ohne Temperatursteuerung, ohne Eile. Der Spätburgunder liegt bereits im Eichenfass und zeigt eine Tiefe, die uns optimistisch stimmt.

Die ersten Weine werden im Frühjahr 2026 abgefüllt. Die Auslese bleibt bis Herbst 2026 auf der Hefe. Geduld ist keine Tugend — sie ist eine Notwendigkeit.